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Top-Manager in vier Schritten: Die Bibel nach Bezos
von Thomas Reppa
14. Mai 2017

Eine Frage, die Jeff Bezos oft gestellt wird, ist: “Jeff, wie sieht Tag zwei aus?” Dem Amazon-Chef zufolge befindet sich sein Unternehmen noch immer am ersten Tag der Unternehmensgründung – weil er sich den Tatendrang dieser Phase bewahrt hat. In einem offenen Brief verrät Bezos, wie man sich diese Energie bewahren kann.

Amazon-Chef Jeff Bezos veröffentlicht jedes Jahr einen offenen Brief, der an seine Aktionäre gerichtet ist und der dem Handelsblatt vorliegt. Dabei lässt der CEO des Online-Versands traditionell tief blicken und verrät Strategien, Umsätze und Ziele, gepaart mit Tipps zum Managerdasein. Auch der diesjährige Brief liest sich wie ein Spickzettel für erfolgreiche Entrepreneurs.

Bezos beschäftigt sich in seinem jüngsten Brief unter anderem auch mit Konservatismus: Wie kann ich mir als Unternehmer und Manager dauerhaft meine Energie und meinen Tatendrang vom ersten Tag bewahren? Der Anfang vom Ende eines Unternehmens beginnt laut Bezos mit dem metaphorischen zweiten Tag: “Tag zwei gleicht dem Stillstand. Gefolgt von Irrelevanz. Gefolgt von einem entsetzlichem, qualvollem Niedergang. Gefolgt vom Tod. Und deswegen ist bei Amazon immer Tag eins.”

Um sich das Momentum des ersten Tage zu bewahren, spricht Bezos in seinem Brief an die Aktionäre von vier konkreten Tricks, um sein Unternehmen nach vorne zu bringen. Er nennt es selbst das „Startpaket mit Grundlagen für die Verteidigung des Tag eins”.

1. Der Kunde sollte Ihre Obsession sein

Bezos erzählt, dass es viele Strategien gibt, nach  welchen ein Unternehmen ausgerichtet werden kann. Einige Firmen beobachten etwa die Konkurrenz, um sich einen Marktvorteil zu schaffen, oder konzentrieren sich auf das eigene Produkt und Geschäftsmodell. “Aber in meinen Augen”, schreibt Bezos, “ist es das Beste, von seinen Kunden besessen zu sein.”

Laut Bezos sind Kunden immer “wunderbar unzufrieden”, auch wenn sie angeben, dass sie glücklich seinen. Kunden wollen immer ein besseres Produkt, auch wenn sie es noch nicht wissen. Diese These belegt Bezos mit einem von Amazons Erfolgsprodukten: “Unsere Kunden haben nie nach Amazon Prime gefragt, aber wie es sich herausgestellt hat, wollten sie es.”

Wie setzt man diese Kunden-Obession am besten um? Mit steten Experimenten. Hier ist es wichtig, sich von Misserfolgen nicht abschrecken oder gar aufhalten zu lassen. Denn nur wer Neues wagt, bleibt innovativ und so der Zeit voraus.

2. Lassen Sie sich nicht ablenken

Marktforschung und Kundenumfragen sind Bezos zufolge schön und gut, doch versteift man sich zu sehr auf diese externen Quellen, lässt man sich leicht ablenken. Bezos bezeichnet diese Werkzeuge als Proxies und meint damit aber Dinge, die Unternehmen häufig tun, wenn sie größer werden und deren Strukturen sich so verkomplizieren. Diese Proxies lenken vom Wesentlichen – heißt, der Vision und den Kunden – ab, seien teilweise schwer zu verstehen und könnten ungewollt in die Irre führen.

Dagegen verstünden laut Bezos gute Erfinder und Designer ihre Kunden tiefgreifend. “Du musst den Kunden verstehen, eine Vision haben und lieben, was du verkaufst”, schreibt Bezos. Für ein unvergessliches Erlebnis brauche ein Produkt etwa Herz, Intuition, Neugier und Geschmack. Bezos weiß: “Davon finden Sie nichts in einer Umfrage.”

3. Nehmen Sie externe Trends auf

Dennoch dürfen Sie sich nicht nur in sich kehren und äußere Einflüsse ignorieren. Der unheilvolle “Tag zwei” eines Unternehmens kommt schnell, wenn dass Management Trends ignoriert. Stattdessen sei es wichtig, sie zu erkennen und sie rechtzeitig für sich zu nutzen. “Wenn du sie bekämpfst, dann bekämpfst du die Zukunft.”, erklärt Bezos. “Nimm sie an und du hast Rückenwind.”

Diese Aufmerksamkeit neuer Entwicklungen gegenüber hat Amazon schon einige Erfolgsmomente bereitet. So finden sich maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz etwa schon in einigen Produkten des Versandhauses: Lieferdrohnen, kassenlosen Supermärkten oder auch Amazons Sprachassistent Alexa.

4. Triff schnelle Entscheidungen

Einer der wichtigsten Punkte sei laut Bezos zudem, dass die Führungskraft schnelle Entscheidungen trifft. Zwar gebe es auch Unternehmen, die mit einer langsamen Entscheidungsfindung erfolgreich arbeiten könnten, aber man könne dennoch nicht immer auf alle Informationen warten, um sich zu entscheiden.

“Mit 70 Prozent der Informationen, die man sich wünscht, werden die meisten Entscheidungen getroffen.”, schreibt Bezos. “Wartet man auf 90 Prozent, ist man meistens zu langsam.” Um dieses Prinzip zu verinnerlichen, darf man sich nicht vor Fehlentscheidungen fürchten. Der Weg könnte schließlich oft noch korrigiert werden und dies sei zudem günstiger, als zu langsam zu sein. Bezos gab außerdem zu, dass er nicht mit allen Entscheidungen d’accord sei. Er habe aber gelernt, diese zu akzeptieren und trotzdem grünes Licht zu geben. Das spare schließlich die Zeit, die seine Mitarbeiter sonst darauf verwenden würden, ihn zu überzeugen.

Gerade bei der Entscheidungsfindung schafft CoffeeCup die Transparenz, die zu einem schnellen Entschluss verhilft. Die Daten Ihres Unternehmens stehen Ihnen in Echtzeit zur Verfügung, wodurch Sie nicht nur 70 Prozent, sondern 100 Prozent der Informationen jederzeit einsehen können. Jeff Bezos mag wohl die Richtlinien vorgeben, um Ihr Unternehmen bei „Tag eins“ zu halten. Doch die Tools liefert CoffeeCup.

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