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Führungs-Hoax oder Realität? 8 Tipps für zukunftsfähige Führungskultur
von Thomas Reppa
13. Dezember 2017

Wer mit offenen Ohren durch die HR- und Personalentwicklungszentralen der Unternehmen läuft, hört aktuell wieder den Ruf nach zukunftsfähiger Führung: Wie soll die Führung der Zukunft eigentlich sein, um zukunftsfähige, wirksame Organisationsstrukturen zu finden, zu stützen und auszubauen?

Einig scheint man sich zu sein, dass klassische, hierarchische Führung für künftige Anforderungen nicht mehr ausreicht. Stattdessen soll Führung in der Lage sein, die VUKA-Welt zu managen: volatil, unsicher, komplex und ambigue ist die Welt geworden.

Der Weg weist also in die Richtung, notwendige Führungsfunktionen nach und nach auf sich selbst gestaltende Teams zu übertragen, Hierarchie abzubauen und der konventionellen Führungskraft eine neue Rolle zuzuweisen. Sicher nicht einfach, obwohl die Aufgabenstellung simpel ist.

Führungskultur der Zukunft: Wie mache ich das?

In dem Zusammenhang spielt Kompetenztransfer und -übertragung eine Rolle: Wie baue ich Kompetenzen in Organisationen so auf, dass diese dort schnell verfügbar werden, wo sie für Entscheidungsprozesse benötigt werden? Wenn Entscheidungen und gestalterische Kraft zunehmend von Teams autark übernommen werden sollen, wird entsprechende andere Kompetenz dort benötigt.

Die Rahmung für Kompetenzerwerb könnte so aussehen: Stellen Sie sicher, dass

  • … neues Wissen entstehen kann: Lernen und Arbeiten sind eins.
  • … das neue Tun und Lassen auch ausgeführt werden kann: Mitten drin statt nur dabei.
  • … eigene Wege beschritten werden können: Fehler sind gewünscht und  fördern Erfahrung und Sicherheit
  • … die Person, die etwas neues lernen soll, die Grundorientierung hierfür mitbringt: Nicht jeder kann alles gut können – die Positionen nach Fähigkeiten und Neigung besetzen, nicht nach Status.

Wie agiert die “Future Führungskraft”?

Nun stellt sich natürlich die Frage: Wenn meine Mitarbeiter und Teammitglieder autark arbeiten, verliere ich als Führungskraft dann an Bedeutung? Nein. Die Führungskraft der Zukunft wird den Mitarbeiter nicht führen, sondern ihm eine Vision geben. Somit könnte eine wesentliche Rolle neuer Führungswelten lauten:

Sorgen Sie für die günstige Rahmung, in der…

  • … Menschen selbstbestimmt organisieren, entwickeln und arbeiten können: „Wir verteilen die anfallenden Arbeiten gemeinsam so, dass alle Kapazitäten und Ressourcen optimal genutzt werden. Wir tragen und helfen uns so gegenseitig.“
  • … Entscheidungen im Team gefällt und verantwortet werden: „Wir treffen im Rahmen der Zielstellung die Entscheidungen selbstständig und gehen dafür auch in die Verantwortung. Unsere Führungskraft vertritt unsere Entscheidungen nach außen.“
  • … Menschen im Team Einfluss auf wirksame und günstige Rahmenbedingungen für die eigene Arbeit nehmen können. „Wenn wir Prozesse verbessern können, probieren wir Veränderungen aus und lernen so aus Erfahrung dazu. Wenn wir Ressourcen brauchen, beschaffen wir uns diese selbstständig.“
  • … sich Menschen in Teams als kompetent und wirksam für das große Ganze erleben: „Das, was wir tun, macht nicht nur für uns Sinn, sondern wir sehen auch den Wertbeitrag für andere Teams und Abteilungen. Unsere Führungskraft sorgt für ständiges Feedback zwischen uns und der gesamten Organisation.“

In der Konsequenz würden also viele Führungsfunktionen, die heute noch in der Person der Führungskraft versammelt sind, auf das Team als Selbstführungssystem wechseln. Sicher, das scheint noch Zukunftsmusik zu sein. Aber beginnen muss man halt irgendwann einmal…

Ralf Vorschel arbeitet seit über 20 Jahren als Berater und Coach für Teamentwicklung, Changemanagement und Organisationsentwicklung. Für CoffeeCup sichtet und berät er HR-Themen und steht als Experte zur Verfügung.

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