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Einheitslohn: Utopischer Schwachsinn oder zukunftsträchtiges Modell?
von Thomas Reppa
13. Oktober 2017

Beim Schweizer Startup Advertima gibt es den Einheitslohn. Der CEO bekommt dasselbe Gehalt wie die restlichen 38 Mitarbeiter der Firma. Ist das die Zukunft oder lassen wir’s lieber?

Bei Advertima geht es ziemlich kommunistisch zu: Alle 39 Mitarbeiter der Firma, inklusive des CEOs Iman Nahvi, bekommen dasselbe Gehalt. Zu stören scheint das niemanden – zumindest behauptet Nahvi dies im Interview mit dem Schweizer Webportal 20 Minuten. Im Gegenteil, durch dieses Geschäftsmodell sei das Team zusammen gewachsen.

Einheitslohn bei Advertima: 8.000 Franken für die ganze Firma

Advertima führte den Einheitslohn 2016 ein, weil die Firma mit einem holokratischen Geschäftsmodell arbeitet. Im Interview erklärt Nahvi, dass sich das Gehaltsmodell daraus ableite. “Eine Konsequenz dieser Organisationsform ist, dass wir nur Spezialisten beschäftigen.”, erklärt er 20 Minuten. “Es gibt also keine Assistenten, an die man Arbeit delegieren könnte.” Die Konsequenz daraus: Wenn alle gleich viel können und gleich viel Verantwortung übernehmen, sollten auch alle gleich viel verdienen. Jemand, dem das nicht passt, wird gar nicht erst eingestellt.

Die Höhe des Lohnes ergeben laut Nahvi sich an bestimmte Unternehmensziele. Sie starteten bei 6.000 Schweizer Franken und koppelten eine Gehaltserhöhung an den Umsatz. Mittlerweile stieg der Lohn auf 8.000 Franken monatlich.

Kritik am Einheitsgehalt: Kein Platz für Azubis und Werkstudenten

Natürlich hat das auch Nachteile – ein Geschäftsmodell wie bei Advertima eignet sich nicht als Ausbildungsbetrieb. Weder Ausbildungsplätze noch Werkstudentenstellen können angeboten werden. Schließlich sind diese noch keine Spezialisten. So bietet ein Betrieb mit einem spannenden Produkt und viel Lernpotential keine Stellen für talentierten Nachwuchs – nur für talentierte Profis.

Auch ist das Gehältermodell nicht unbedingt für jedes Unternehmen geeignet. Thomas Reppa, CEO und Co-Founder von CoffeeCup, sieht den Einheitslohn eher kritisch: “Mir geht da der Leistungsgedanke verloren. Irgendwie ist mir das zu kommunistisch. Ich bin der Meinung, dass ein Gehalt Leute motiviert.” Nicht nur ein gutes Gehalt – auch die Möglichkeit einer Gehaltserhöhung.

Gehaltsentwicklung in CoffeeCup: Passt auch für Advertima

Alle Kennzahlen auf einem Blick: Die Staff Reports geben die wichtigsten KPIs der Mitarbeiter wieder. Das funktioniert auch bei Einheitslohn.

Deswegen stellt CoffeeCup in seinen Staff Reports auch die Gehaltsentwicklung dar. So sieht der Mitarbeiter jederzeit, wie sich sein Gehalt während seines Angestelltenverhältnisses geändert hat. Freilich lässt sich so etwas auch in eine Firma mit Einheitslohn darstellen. Doch da ist die Bezahlung weniger an persönliche Ziele, sondern das Unternehmen als kollektiv gebunden. Für Advertima mag das gut funktionieren – doch für alle Firmen ist es einfach nicht praktikabel.

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